Akustikbild selbst machen – lohnt sich das?

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Ratgeber · Selbermachen
Akustikbild selbst machen – lohnt sich das?
Ja, du kannst ein Akustikbild selbst bauen – mit Keilrahmen, Absorber und bedrucktem Stoff. Hier bekommst du die ehrliche Anleitung vom Hersteller: welches Material funktioniert, welche Werkzeuge du brauchst, wo die Stolperfallen liegen – und ab wann sich Kaufen mehr lohnt als Basteln. Wir fertigen Akustikbilder täglich in Würzburg und verkaufen dir auch gern nur den Schaumstoff dafür.
Einkaufsliste
Material und Werkzeug
Material
- Keilrahmen in Wunschgröße (Bilderrahmen-Bedarf oder selbst auf Gehrung gesägt)
- Schallabsorber: offenporiger Schaumstoff wie Basotect oder PET-Akustikvlies, 25–50 mm stark – als Zuschnitt nach Maß
- Akustikstoff: luftdurchlässiges, schalltransparentes Gewebe – bedruckt oder unifarben. Normale Leinwand ist zu dicht und reflektiert den Schall.
- Rückseitenstoff (dünn, z. B. schwarzes Vlies) und Aufhänger
Werkzeug
- Handtacker mit 8–10-mm-Klammern
- Schere und Cuttermesser – für dickere Schaumstoffe ein elektrisches Brotmesser mit Wellenschliff
- Zollstock, Bleistift, Winkel
- Ggf. Sprühkleber für den Absorber
Diese Werkzeuge sind tabu
Heißdrahtschneider sind nur für Styropor/EPS gedacht – PUR-Weichschaum und Basotect schmelzen daran und setzen Dämpfe frei. Auch Bandschleifer eignen sich nicht zum Schneiden von Schaumstoff. Ein scharfes Cuttermesser oder ein elektrisches Brotmesser schneiden sauberer und sicherer.
Anleitung
In fünf Schritten zum Akustikbild

Rahmen bauen oder kaufen
Besorge einen stabilen Keilrahmen in deiner Wunschgröße – oder säge die Leisten selbst auf Gehrung, wie wir es in unserer Rahmen-Manufaktur machen. Der Rahmen sollte mindestens so tief sein wie dein Absorber dick ist, damit der Schaum später komplett darin verschwindet.

Stoff bedrucken lassen
Lass dein Motiv im Textildirektdruck auf schalltransparenten Stoff drucken – viele Druckdienstleister bieten das an. Wichtig: Der Stoff muss luftdurchlässig bleiben, sonst prallt der Schall an der Oberfläche ab, bevor er den Absorber erreicht. Genau daran scheitern die meisten DIY-Versuche mit normaler Leinwand.

Stoff aufspannen
Spanne den Stoff straff über die Rahmenvorderseite und tackere ihn rundum auf der Rückseite fest. Arbeite von der Mitte der Seiten zu den Ecken, immer im Wechsel gegenüberliegender Seiten – so bleibt das Motiv faltenfrei und verzugsfrei.

Absorber einlegen
Schneide den Schaumstoff passgenau zu (Cuttermesser oder elektrisches Brotmesser) und lege ihn von hinten in den Rahmen ein. Er sollte leicht klemmen; bei Bedarf fixierst du ihn mit wenigen Punkten Sprühkleber am Rahmen – nicht vollflächig, das kostet Wirkung.

Rückseite schließen und aufhängen
Verschließe die Rückseite mit dünnem Stoff gegen Staub, montiere die Aufhängung und häng das Bild auf. Tipp: Ein paar Zentimeter Wandabstand verbessern die Schallabsorption spürbar – bei tiefen Frequenzen macht das den größten Unterschied.
Die ehrliche Antwort
Lohnt es sich – oder besser fertig kaufen?
Als reines Bastelprojekt: unbedingt. Als Weg zum perfekten Ergebnis: kommt drauf an. Der Vergleich ohne Schönfärberei:
| Selbst machen | Bei uns fertigen lassen | |
|---|---|---|
| Zeitaufwand | 3–5 Stunden plus Materialbeschaffung | Motiv hochladen, fertig – Lieferung in wenigen Werktagen |
| Druckqualität | abhängig vom Dienstleister; Schalltransparenz oft unklar | Galerie-Qualität auf geprüft schalltransparentem Akustikstoff |
| Akustikwirkung | gut, wenn Stoff und Absorber stimmen | definierter Absorber, auf Wunsch mit Flächenberechnung für deinen Raum |
| Optik | sichtbar handgemacht – Ecken und Spannung brauchen Übung | faltenfrei von Hand bespannt, scharfe Kanten |
| Kosten | Material oft ähnlich teuer wie ein fertiges Bild in Standardgröße | transparenter Preis im Konfigurator, Staffelpreise ab 5 Stück |
Kurz: Wenn dir das Bauen Freude macht, leg los – den Absorber-Zuschnitt liefern wir dir millimetergenau. Wenn es um Wirkung, Optik und deine Zeit geht, bist du mit einem gefertigten Akustikbild meist besser unterwegs.
Aus der Werkstatt
Die fünf häufigsten Fehler beim Selbstbau
1 · Zu dichter Stoff
- Normale Leinwand oder beschichtete Stoffe reflektieren den Schall, bevor er den Absorber erreicht – das Bild sieht gut aus, wirkt aber nicht. Pusteprobe machen!
2 · Absorber vollflächig verklebt
- Kleber verschließt die offenen Poren, in denen der Schall vernichtet wird. Nur mit wenigen Punkten fixieren – oder klemmend einlegen.
3 · Zu dünner Absorber
- Unter 20 mm wirkt fast nur im Höhenbereich – Stimmen bleiben hallig. 25–50 mm sind der sinnvolle Bereich für Wohn- und Arbeitsräume.
4 · Stoff zu locker gespannt
- Lockerer Stoff wirft Falten und kann bei tiefen Frequenzen hörbar mitschwingen. Immer von der Seitenmitte zu den Ecken arbeiten, gegenüberliegende Seiten im Wechsel.
5 · Ein kleines Bild für einen großen Raum
- Die Wirkung hängt an der Fläche: Ein 40 × 40-Bild ändert in einem 25-m²-Wohnzimmer fast nichts. Plane lieber zwei bis drei größere Bilder ein.
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Schaumstoff-Zuschnitt für dein DIY-Projekt – oder das fertige Akustikbild mit deinem Motiv, von Hand bespannt in Würzburg.

Beratung gewünscht?
Du bist dir nicht sicher, welches Material oder welche Stärke die richtige ist? Kein Problem – ich helfe dir gerne persönlich weiter. Ob telefonisch, per E-Mail oder über unser Kontaktformular: Gemeinsam finden wir die passende Lösung für dein Projekt.
Schaumstoff-Experte seit 2001 & Dipl. Ing. (FH)
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Quellen und Zertifizierungen
[1] Öko-Tex Standard 100: Zertifikatsnummern auf den Produktseiten einsehbar
Offenporige Absorber: Basotect (Melaminharz) oder PET-Akustikvlies, 25–50 mm stark. Entscheidend ist die offene Porenstruktur – geschlossenporige Schaumstoffe reflektieren den Schall. Beides bekommst du bei uns als Zuschnitt nach Maß.
Ein luftdurchlässiges, schalltransparentes Gewebe. Faustregel: Wenn du durch den Stoff pusten kannst, lässt er auch Schall durch. Normale Leinwand oder beschichtete Stoffe sind zu dicht – dann wirkt der Absorber dahinter kaum.
Mit einem scharfen Cuttermesser in mehreren Zügen an einer Führungsleiste – oder mit einem elektrischen Brotmesser mit Wellenschliff. Heißdrahtschneider sind tabu: Sie sind nur für Styropor gedacht, PUR-Schaum und Basotect schmelzen und dampfen daran.
Für Sprache und mittlere Frequenzen sind 25–40 mm ein guter Start. Mehr Dicke und ein paar Zentimeter Wandabstand verbessern die Wirkung bei tiefen Frequenzen deutlich.
Keilrahmen, Absorber-Zuschnitt, bedruckter Stoff und Kleinteile zusammen liegen oft in der Größenordnung eines fertigen Bilds in Standardgröße. Selbermachen lohnt sich deshalb vor allem, wenn dir das Projekt selbst Freude macht – nicht als Sparmaßnahme.
Wenn es auf gleichmäßige Druckqualität, saubere Kanten und verlässliche Akustikwirkung ankommt – oder mehrere Bilder im gleichen Look gebraucht werden. Dann ist ein gefertigtes Akustikbild mit deinem Motiv der direktere Weg.
Ja, der Keilrahmen ist die halbe Miete: Alte Leinwand abnehmen, schalltransparenten Stoff aufspannen und den Absorber von hinten einlegen. Prüfe vorher, ob der Rahmen tief genug für 25–40 mm Absorber ist – flache Deko-Rahmen sind oft zu schmal, dann hilft eine aufgeschraubte Zusatzleiste.
Ein lösungsmittelfreier Sprühkleber, nur punktuell an den Rändern aufgetragen. Vollflächiges Verkleben verschließt die offenen Poren und kostet Absorptionsleistung. Bei passgenauem Zuschnitt hält der Absorber auch ganz ohne Kleber klemmend im Rahmen – das ist die sauberste Lösung.
