Schallabsorber oder Schalldämmung?
Kurz gesagt: Ein Schallabsorber macht deinen eigenen Raum leiser und klarer, weil er Hall wegnimmt. Schalldämmung hält Schall davon ab, von einem Raum in den nächsten zu gelangen. Beides heißt im Alltag „Schallschutz", funktioniert aber grundverschieden: Absorber sind leicht und offenporig, Dämmung ist schwer und dicht. Wer den Nachbarn nicht mehr hören will, braucht Dämmung. Wer sich im eigenen Büro nicht mehr versteht, braucht Absorber.
Was ein Schallabsorber macht
Schall, der auf Glas, Beton oder Laminat trifft, wird fast vollständig zurückgeworfen. Jede Reflexion verlängert das Gespräch um Bruchteile einer Sekunde, bis der Raum hallt und Stimmen sich überlagern. Ein Absorber aus offenporigem Material (Basotect, PET-Vlies, Akustikschaum) nimmt diesen Schall auf und wandelt ihn in Wärme um. Ergebnis: kürzere Nachhallzeit, bessere Sprachverständlichkeit, niedrigerer Pegel im Raum. Der Schall, der durch die Wand in den Nachbarraum geht, bleibt davon praktisch unberührt.
Was Schalldämmung macht
Dämmung verhindert die Übertragung zwischen zwei Räumen oder von draußen nach drinnen. Dafür braucht es drei Dinge: Masse (schwere Wände, Vorsatzschalen mit Gipskarton), Entkopplung (getrennte Schalen, federnde Lagerung, Trittschalldämmung unter dem Estrich) und Dichtheit (keine Fugen, keine Ritzen, Türdichtungen). Ein Zentimeter mehr Schaumstoff auf der Wand bringt hier nichts, weil Schaum leicht und luftdurchlässig ist. Das ist keine Schwäche des Materials, es ist ein anderes physikalisches Problem.
Welches Problem, welche Lösung?
| Das Problem | Was hilft | Bei uns |
|---|---|---|
| Mein Büro, Wohnzimmer oder Restaurant hallt, Gespräche verwischen | Absorber an Wand und Decke | Schallabsorber, Deckensegel, Akustikrechner |
| Meine Aufnahmen klingen nach Badezimmer | Absorber an den ersten Reflexionen, Basstraps in den Ecken | Heimstudio-Akustik, Wandabsorber |
| Ich höre den Nachbarn durch die Wand | Vorsatzschale mit Masse und Entkopplung, Fugen schließen | Was gegen die Nachbarwand wirklich hilft |
| Durch die Tür kommt jedes Wort | Dichtung, Bodendichtung, schwereres Türblatt | Türschalldämmung |
| Schritte von oben, Trittschall | Entkopplung im Bodenaufbau der Wohnung darüber | kein Schaumstoffprodukt, das das löst; wir sagen das lieber vorher |
| Verkehrslärm von draußen | Fenster mit höherer Schallschutzklasse, Dichtungen | kein Schaumstoffprodukt; innen können Absorber den Raum trotzdem ruhiger wirken lassen |
| Maschine, Kompressor, Wärmepumpe brummt | Einhausung mit Masse außen und Absorber innen, Entkopplung der Füße | Schallschutzhaube Wärmepumpe, SYLO Schwingungsdämpfer |
Warum Noppenschaum an der Nachbarwand nichts bringt
Die Frage kommt jede Woche: „Reicht Noppenschaum, damit ich den Nachbarn nicht mehr höre?" Nein. Noppenschaum wiegt wenige Kilogramm pro Kubikmeter und lässt Luft durch. Die Schallwelle vom Nachbarn kommt durch die Wand, läuft durch den Schaum hindurch und in dein Ohr. Der Schaum dämpft nur den Hall in deinem Zimmer, das kann sich subjektiv etwas leiser anfühlen, ändert aber nichts an dem, was durch die Wand kommt. Dafür braucht es Masse: eine Vorsatzschale aus Gipskarton mit Mineralwolle dahinter und entkoppelter Unterkonstruktion bringt je nach Aufbau rund 10 bis 15 dB, eine Schaumstoffplatte davor praktisch nichts.
Wo beides zusammenkommt
In Einhausungen, Schallschutzkabinen und Studios arbeiten Dämmung und Absorption zusammen: außen eine schwere, dichte Schale, die den Schall drinnen hält, innen Absorber, damit es drinnen nicht dröhnt. Auch ein Besprechungsraum profitiert von beidem: Absorber für die Sprachverständlichkeit, eine dichte Tür für die Vertraulichkeit. Wenn du nicht sicher bist, welches Problem du hast: Steh in den Raum, klatsch einmal in die Hände. Hallt es nach, brauchst du Absorber. Hörst du stattdessen den Nachbarn, brauchst du Dämmung.
Was wir liefern und was nicht
Wir fertigen Absorber aus Basotect, PET-Akustikvlies und Akustikschaum in Würzburg, dazu Schwingungsdämpfer für Geräte und Türschalldämmung. Vorsatzschalen, Schallschutzfenster und Estrichaufbauten sind Sache des Trockenbauers oder Fensterbauers; dafür haben wir kein Produkt und verkaufen dir auch keins, das so tut. Die Menge Absorber für deinen Raum rechnet der Akustikrechner, und wenn du unsicher bist: 0931 30699733.
Gut zu wissen
Du hast Fragen zu unseren Schaumstoffen? Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Material, Bestellung und Lieferung. Falls deine Frage nicht dabei ist, erreichst du uns jederzeit per Telefon oder Kontaktformular.
Schallschutz ist der Oberbegriff. Darunter fallen Schalldämmung (Übertragung zwischen Räumen verhindern) und Schallabsorption (Hall im Raum verringern). Wer „Schallschutz“ sucht, meint meistens eines von beiden; welches, entscheidet darüber, ob Schaumstoff überhaupt die richtige Antwort ist.
Nein. Akustikschaum ist leicht und offenporig und lässt den Schall, der durch die Wand kommt, hindurch. Gegen Nachbarn hilft nur Masse und Entkopplung, also eine Vorsatzschale, dichte Türen und geschlossene Fugen.
Ja, um einige Dezibel. Absorber nehmen die Reflexionen weg, dadurch sinkt der Gesamtpegel und vor allem die Nachhallzeit. Das ist der Grund, warum ein Restaurant mit Deckensegeln leiser wirkt, obwohl die Gäste genauso laut reden.
Das sind Antworten auf zwei verschiedene Fragen. Die Absorberplatte verbessert den Klang in deinem Raum, die Vorsatzschale hält den Nachbarn draußen. Eine 10-cm-Platte an der Nachbarwand dämmt praktisch nichts, eine Vorsatzschale mit Gipskarton, Mineralwolle und entkoppelter Unterkonstruktion je nach Aufbau rund 10 bis 15 dB.
Klatsch einmal in die Hände. Hallt es nach, brauchst du Absorber. Hörst du den Nachbarn, das Treppenhaus oder die Straße, brauchst du Dämmung. Oft ist es beides: dann zuerst dämmen, dann absorbieren.
Für Türen ja, für Geräte Schwingungsdämpfer, für Wärmepumpen Schallschutzhauben. Vorsatzschalen, Schallschutzfenster und Estrichaufbauten sind Sache des Trockenbauers oder Fensterbauers; dafür verkaufen wir dir bewusst kein Schaumstoffprodukt.